Was bedeutet CODA?
Children of Deaf Adult (Kinder von gehörlosen Erwachsenen)

Ursprünglich ist CODA die amerikanische Bezeichnung für die erwachsenen hörenden Nachkommen von gehörloser Eltern. Bislang gibt in den USA keine Gebärde für CODA, statt dessen wird üblicherweise buchstabiert.

Hintergrund
Etwa 90% der Kinder zumindest einem gehörlosen Elternteil werden hörend geboren. Die meistens von ihnen wachsen in einem bikulturellen Umfeld auf, also mit der Laut- und Gebärdensprache sowie der Hörenden- und Gehörlosenkultur. Untersuchungen im internationalen Raum (in den USA bereits sei 1980) zeigen auf, dass die meistens hörenden Kinder gehörloser Erwachsener ebenso wie ihre Eltern diskrimiert werden, bzw. deren Auswirkungen unmittelbar zu spüren bekommen. CODAs erleben es oft in ihrem sozialen hörenden Umfeld (Verwandte, Familie, Freunde, im Kindergarten, in der Schule, etc.) als Kinder von Behinderen wahrgenommen zu werden. Sie werden oft "schief angesehen" und als "abnormal "abgestempelt".

Leben in zwei Welten CODAS haben ihren Platz nicht in der Gehörlosen Welt und nicht Hörenden Welt. Sie sind Brückenmenschen, die zwischen den Kulturen zu Hause sind. Manche sagen: "nicht Fisch nicht Fleisch" (weder das eine, noch das andere) "ich bin beides". Viele Codas entscheiden sich im laufe der Zeit für eine Welt, aber die Wahrheit ist, dass sie in beiden zu Hause sind. Es ist eine Tatsache, dass CODAS beide Kulturen verinnerlicht haben und das macht sie zu ganz besonderen Menschen. Um der Besonderheit Ausdruck zu verleihen, ist es an der Zeit, in beiden Welten einen Platz für sie in Anspruch zu nehmen. Sier möchten, dass unsere Muttersprache Gebärdensprache anerkannt wird. Sie möchten, dass Gehörlose uns als wichtigen Teil ihrer Kultur anerkennen.

 

Coda Kinder sollen bereits bei ihrem Eintritt in Kindergärten oder Schulen kultursensibel behandelt werden. Genauso wie Kinder von Einwanderern aus anderen Ländern. Für viele Coda-Kinder ist es eine grosse Umstellung, ab nun fast ausschliesslich akustische Reize wie Erklärungen, Befehle, Regeln und Anweisungen zu erhalten. Es bedarf einer Aufklärung der Pädagogen. Weltweit werden an Coda Kinder ähnliche Fragen gestellt:
- Wie hast du sprechen gelernt?
- Ist die Gebärdensprache international (überall gleich)?


Viele dieser Fragen stellt eine überforderung an das Kind, denn es hat oft noch nicht begriffen, dass es anders aufwächst als andere, bzw. was denn nun anders ist. Wenn Pädagogen bzw. erwachsene Personen, die mit kleinen Coda Kindern zusammen arbeiten rechtzeitig informiert werden, kann ein Grossteil von Missverständnissen im Vorfeld abgeklärt werden und auch die Belastung verringert werden.

Noch vor einiger Zeit wurden CODAs in den U.S.A "HCDPs" also "hearing of deaf parents genannt". Das hat sich 1983 schlagartig geändert, als Millie Brother, die Gründerin von "CODA International Inc.", den Begriff CODA, der seine Wurzeln in der Musik hat, verbreitete. Die Organisation besteht also seit 1983 und veranstaltet jährlich internationale Treffen (ähnlich wie die WFD, World Federation of the Deaf - Weltorganisation der Gehörlosen). Inhaltlich geht es in erster Linie um CODAs aber auch um die Wurzeln, also die gehörlosen Eltern.
CODA International Inc. fördert den Schulbesuch junger Kinder gehörloser Eltern, die sich in finanzieller Not befinden.
Für Kinder unter 18 Jahren, sogenannte "KODAs" oder "K-CODAs" finden jährliche Sommerlager "Camps" statt.